Die Suche hat ein Ende
A poor lonesome cowboy on a long way from home...
In die Dunkelheit hinein wird mir klar wie glücklich ich bin.
Der Weckruf meines Mobiltelefons singt ein Vogelgezwitscher in den frühen Morgen. Ich öffne die Augen und sehe als erstes den strahlend blauen Himmel, der endlich den Frühling ankündigt.
Ein weiteres wärmendes Gefühl in mir, ich hatte diese lange Kältephase so satt.
Mit schnellem Griff beende ich den Gesang des metallischen Vogels in seinem Plastikgehäuse und lege mich noch einmal in mein Bettzeug. Mit offenen Augen denke ich weiter, denke in den Tag hinein, was er mir bringen wird, und wohin dieses Leben führen mag.Ich erhebe meinen schlaflahmen Körper von der Matratze und steige in die kalten Klamotten. Ich liebe die Ruhe des Morgens, wenn der Tag sich langsam aus der Dunkelheit schält und in der Stille der Frieden in allem zu spüren ist.
Mittlerweile genieße ich es, dass ich hier draußen wohne, fernab der „Zivilisation“.
Es hat sicher auch seine Nachteile und lange hab ich damit gehadert, für jeden Schritt in mein Auto steigen zu müssen. Und wenn ich es geschafft habe, das nächste Dorf zu erreichen, fast nur von alten Menschen umgeben zu sein.
Einmal in der Woche muss ich in die Stadt, das Pulsieren des Lebens in mich einsaugen, junge Menschen sehen und fühlen, das Prickeln des Seins erleben.
Auf der anderen Seite schwingen all diese Überlagerungen in der Stadt durch den urbanen Raum: Kauf mich, nimm mich mit, schau mich an; und verzweifelte Hilferufe von dort Lebenden und in sich verschlossenen Wesen.
Aber um alle Bedürfnisse meiner unterschiedlichen Lebensweisen auszuschöpfen, gibt es im Augenblick keine andere Möglichkeit. Gleichzeitig an zwei Orten zu leben, scheint mir noch nicht machbar, also lebe ich diese Zwiespältigkeit zeitlich getrennt.
Generell liebe ich die Einsamkeit hier draußen, eben insbesondere die, welche sich in den frühen Morgenstunden zeigt.
Das Licht hat diesen eigentümlichen Klang von Frische und Uneingenommenheit, und wenn der Wind keine Wolken hierher treibt, vermischen sich meine Gedanken, Gefühle und körperlichen Empfindungen mit den Strahlen der aufgehenden Sonne.
Der Einsamkeit ist alles zu verdanken....
...Das Telefon klingelt. Ein Auftrag. Typisch, gerade wo ich mich an das tägliche Dahintreiben gewöhnt habe. Eine Frauenstimme.
Sie erzählt mir, dass sie vor kurzem in dieses Haus gezogen sind und sich seitdem unwohl fühlen.
Ihr Mann arbeitet, aber sie ist den ganzen Tag in diesem neuen alten Haus, und sie wird immer müder, energieloser, verzweifelter.
Eine Bekannte hat sie darauf hingewiesen, dass die Ursache des Problems an dem Haus liegen könnte, und gab ihr meine Telefonnummer. Ob ich da was machen, verändern könnte.
Ich erkläre darauf hin meine Arbeitsweise und wir einigen uns auf einen Besichtigungstermin....
...Während meiner Hausuntersuchung erkläre ich die Zustände, kann mir aber noch keinen Reim darauf machen, was der Auslöser für eine solche Verschlechterung sein kann. Wasseradern und andere Strahlungen bewirken einiges, aber dass die Energie eines Hauses so absinkt, dass kaum noch Luft zum Atmen in den Räumen zu sein scheint, kann nur an einer schweren Verletzung liegen.
Ich dehne mich aus und wie ich die Räume vollständig ausfülle, zeigt sich in der Ecke ein verängstigtes Wesen. Nein: Ein Wesensanteil, aber diese Angst kann nicht die Ursache sein, sondern ist selbst ein Teil des Schmerzes.
„Was ist das für eine Tür?“ „Ja, die führt in den Keller, aber da geht nie jemand runter“.
Wenn ich diese Worte höre, weiß ich, dass ich mindestens eine halbe Stunde da unten zwischen Spinnweben und alten muffigen Dingen auf Ursachenforschung gehen darf.
Ich verabschiede mich bis auf weiteres und steige die alten ausgelatschten Steinstufen in einen düsteren Gewölbekeller hinab.
Zwei nackte Glühbirnen hängen inmitten eines großen Nichts und kämpfen mit zartem Zittern gegen die Dunkelheit, die aus Ecken und Wänden in die Mitte des Raumes kriecht. Der Raum ist völlig leer.
Bis auf die verängstigten Augen der jungen, vor Angst starren Frau, die in verschlissenen Kleidern in der Ecke kauert und die beiden Soldaten fixiert, wie der Hase vor der Schlange. Die Soldaten stellen ihre Waffen an die Wand und lachen. Sie ziehen sie aus, schlagen die unbewegte Frau, deren Seele schon nicht mehr in dem Körper wohnt, vergehen sich an ihr und töten sie.
Wie eine hängende Schallplatte wiederholt sich die Szene, immer wieder, der Schmerz der jungen Frau fließt aus ihrem zerschundenen nebligen Körper in den Raum und saugt jede noch so frische Energie in sich hinein. Wie in ein schwarzes Loch wird alles was Licht und Leben ist, in den düsteren Schlund der Raum und Zeit übergreifenden Gewalt gezogen.
Aus mir heraus brennt eine große Flamme in spiraler Bewegung, immer größer werdend, der Dunkelheit entgegen.
Das Feuer nagt und zieht düstere Wolken aus den Ecken, aus den Wänden heraus, aus dem Ursprung des Schmerzes.
Die beiden schemenhaften Gestalten der Soldaten, zurückgelassene Seelenanteile, die abgespalten hier stecken blieben, ohne Hoffnung alleine zurückzufinden, für immer verdammt die gleiche Situation immer wieder zu erfüllen, werden aus der Schleife befreit und bleiben wie leere Hülsen am Boden liegen.
Die Dunkelheit ist gewichen, übrig bleibt die fast erloschene Schwade einer einst lebendigen Frau, auch sie verloren, aus dem Körper gestoßen und in der Schleife des Todes gefangen.
Ich fühle nach oben, die Decke verschwindet in Wellen und gibt ein Licht frei, das stark und hell, aber ohne zu blenden, herableuchtet.
Ich reiche ihr meine Hand, voller Angst zuckt sie zurück, doch mit beruhigenden Gedanken nähere ich mich ihr, ergreife ihre durchscheinende Hand und geleite sie zu dem Licht. Wie immer kommen sie den halben Weg herab, nehmen die Frau mit freundlichen Gesten in Empfang und heben sie in lichte Höhen. Von unten sehe ich ihre Freunde, Bekannte, Familie, die sie in die Arme schließen. Sie ist noch immer verwirrt, hin und hergerissen zwischen Unglauben und Freude.
Ich reiße mich aus der warmen Energie, nehme beide Seelenanteile der Soldaten und führe auch diese zu dem Licht. Sie werden angenommen, und können nun zurück, wenn der größere Teil derer Seelenwesen dies zulässt.
Debil grinsend stehe ich in einem Gewölbekeller und atme erst einmal in aller Ruhe.
Erfüllt von der leuchtenden Energie anderer Welten, die mich glücklich und zufrieden macht.
Immer wieder stoße ich auf den Krieg.
So viele Jahre her und dennoch so mächtig und allgegenwärtig.
Verlierer alle beide, Täter wie Opfer. Und im dauernden Kreislauf des Stehlens von Energie.
Es ging immer nur darum die Energie zu stehlen, oder?
...Ich sitze auf der großen Terrasse in der Sonne. Ich befinde mich in der zweiten Ausbildungswoche, und wieder geschehen Wunder und heilende Erfahrungen.
Die Übungen zur Steigerung unserer Wahrnehmung und den telepathischen Fähigkeiten machen unglaublichen Spaß und die unübersehbaren Erfolge der Übungen sprechen für sich.
Es ist die erste Pause an diesem Tag.
Wie immer bei solchen Seminaren, in denen geistige Übungen absolviert werden, haben alle Teilnehmer ein immenses Bedürfnis nach Schokolade und Keksen. Mit Tee oder Kaffee sitzen wir in der sommerlichen Hitze des frühen Morgens und lassen die neuen Eindrücke Revue passieren, oder erzählen uns gegenseitig Gedanken und Erlebnisse.
Ich sitze einfach da, genieße den Tag und lasse meinen Körper von der Sonne aufwärmen.
Ich blicke in die weite Ebene, die sich vor mir ausbreitet. Das Seminarhaus liegt auf mittlerer Höhe eines langsam ansteigenden Berges im Elsass. Der Blick in die Rheinebene ist überwältigend und der frühe Dunst lässt den Kaiserstuhl im Himmel verschwinden. Ich fühle mich großartig.
Ich sitze nur wenige Kilometer von meinem Geburtsort entfernt, nur auf der anderen Rheinseite. Um hier eine neue Welt in mir zu entdecken. Der Blick in die weite diesige Ebene gibt mir Zufriedenheit, Stärke, und ein ungewöhnliches Gefühl von: Das gehört alles mir.
Keine Ahnung, warum ich diesen Gedanken in mir tanzen fühle. Früher, als ich noch zu Hause gewohnt hatte, war ich oft auf den Burgen und Ruinen, die sich an die ansteigenden Erhöhungen des Schwarzwaldes schmiegen, den in der Ebene fließenden Rhein bewachend. Ich erlebte immer wieder ein großartiges, herrschaftliches Gefühl, wenn ich aus den Resten ehemaliger mittelalterlicher Bauten in die große Tiefebene blickte. Aber hier war es mehr, ein Besitzdenken, das ich in diesem Zusammenhang noch nie zuvor in mir erlebte.
Alles meins.
Ich lasse den Gedanken in der Masse der neuen Eindrücke untergehen und begebe mich wieder in den „Unterricht“.
Am nächsten Tag ist eine Außenaktion geplant, und um den geeigneten Platz zu erkunden, machen die Seminarleiterin, unsere Köchin und meine Wenigkeit einen Ausflug in die nahen Berge. Gegenüber dem Seminarhaus steht hoch droben die alte, große Ruine einer ehemals mächtigen Burg. Zwischen den Meditationen und den morgendlichen Gesängen fällt meine Aufmerksamkeit immer wieder auf diese von oben herabblickende Burg, die mich eigentümlich fasziniert. Aber da ich den Bezug zu Burgen von früher her kenne, ist dieses Gefühl nicht neu für mich.
Und heute ist eben diese Burg unser Wanderziel.
Der Ort, der Berg auf dem sie steht, hat eine energetische Verbindung zu dem tiefer gelegenen gegenüberliegenden Seminarhaus. Diese Verbindung zu spüren und zu heilen soll unsere Aufgabe sein.
Wir also, zunächst recht locker, den Berg hinaufwandernd. Aber die Wildheit der elsässischen Natur, die ich als um einiges intensiver empfinde als die abgeholzte und in Reih und Glied gebahnte Neustrukturierung der oberbergischen Wälder, macht den Aufstieg immer beschwerlicher.
Wir leben während des Seminars recht abgeschottet von der weltlichen Zivilisation, und das Fallenlassen in die unbekannten Welten hat unsere Wahrnehmung extrem gesteigert.
Umso leichter öffnen sich hier in dieser unberührten Natur unglaubliche Welten. Ich kann die hier lebenden Wesen so dicht fühlen, dass sie beinahe sichtbar sind.
Der schmale Pfad führt den steilen Berg hinan, und stets neue Plätze und Orte öffnen sich unserem Blick. Eine herrliche Erfahrung für alle Sinne.
Der Weg wird immer steiler, und die Natur zerklüfteter, steiniger. Felsen schieben sich in den Vordergrund und lassen das Bergaufwandern nun eher zu einer Kletterpartie werden. Meine Jacke hatte ich längst schon ausgezogen und um meine Hüften gebunden.
Mein Gesicht nimmt seine typisch rote Farbe an (wenn ich mich schon mal bewege), und ich muss hin und wieder kräftig durch den Mund atmen, um meine Lungen mit mehr Luft zu versorgen.
Die Düfte und der Geruch von Bäumen, Sträuchern und Felsen dringen in mich ein und weiten meinen Körper.
Plötzlich verändert sich die Energie gewaltig. Wir biegen eben um einen großen Felsen, der den Weg rechts und links einrahmt. Der Blick wird frei auf eine wilde, zerklüftete Region, die vorher nicht sichtbar war. Der Weg zur Burg führt durch dieses verwunschene Land, das so viel Zauber und Magie ausstrahlt. Mich schauert, als ich die Felsen passiere und realisiere ein Wächterwesen. Kein Zweifel, dieser Ort ist magisch, eine starke Kraft durchfährt mich, ich fühle die fremde Energie in und neben mir.
Als würde ich durchleuchtet werden. Ich lasse die Energie hinter mir und wende mich diesem wunderlichen Abschnitt des Aufstiegs zu.
Auf der deutschen Seite kenne ich nicht viele Plätze, die diesen Zauber tragen. Aber wir sind ja auch recht eng besiedelt und mein momentaner Wohnort ist leider komplett der Schwerindustrie zum Opfer gefallen.
Zivilisation.
Ich genieße diesen phantastischen Augenblick und gehe weiter. Meine Begleiterinnen empfinden denselben Zauber. Wir unterhalten uns kurz über die intensiven Energien an diesem Berg und führen unseren Aufstieg fort.
Kaum habe ich dieses „Tor“ mit dem Wächterwesen durchschritten, fühle ich einen mächtigen Sog. Aus mir unerfindlichen Gründen bewegen sich meine Beine schneller und ich haste den Berg hinan. Zwischen wild wuchernden Bäumen und über enge, abschüssige Pfade zieht es mich den Berg hinauf in Richtung Ruine.
Ich folge einfach diesem Drängen und lasse meine Mitwanderer schnell hinter mir.
Wieder umrunde ich ein Berggrat und sehe, wie mir gegenüber die fast greifbare Ruine aus den Bäumen in den Himmel wächst. Ein Blick in das wieder freigegebene Tal zeigt, dass ich mich schon unglaublich weit oben befinde.
Die Aussicht in das Tal ist umwerfend, erhaben und wieder stellt sich das bekannte Gefühl in mir ein, die Verbundenheit mit diesem Ort.
Ich dränge weiter, durch Büsche und Bäume, um plötzlich vor einem aus groben Steinen erbauten Durchgang zu stehen. Das untere Tor zur Burg. Ich kann die aufkommenden Gefühle in mir gar nicht begreifen, ich empfinde mich in einer anderen Welt, in einem anderen Sein, ich höre, ja sehe beinahe die Pferde, die hier durch das Tor gezogen werden. Menschen, die sich bewegen. Rufe, die erschallen.
Ich bin zurück. Ein einziges Feiern.
Fassungslos renne ich den restlichen Weg hinauf. Bis ich endlich mit einem unmissverständlichen Gefühl des zu Hause Seins den Burghof erreiche.
Angezogen von einem inneren Empfinden, oder einer äußeren Kraft, endet mein Gerenne vor einem mit Gittern versehenen Loch im Boden.
Atemlos stehe ich gebeugt daneben, meine Hände auf die Knie gestützt, und schnell und heftig Atem in mich ziehend.
Bevor ich auch nur richtig Luft bekomme, fühle ich mein Bewusstsein in die Tiefe dieses Lochs fallen, um die darunterliegenden Wesen wahrzunehmen.
Der Kontakt ist sofort da, ohne Umwege, ohne Anrufe irgendwelcher Mächte. Eine Realität umgibt mich, die aus einer anderen Zeit stammt. Ich fühle meinen Bruder tief in diesem Gefängnis der Zeiten und die vielen anderen Wesen, die mit ihm auf mein Erscheinen gewartet haben.
Ich sinke nieder, und fühle wie mich starke Kräfte umgeben, mich ergreifen wollen.
Ich bin gekommen, um meinen Bruder, der mich verraten hatte, aus seinem Gefängnis zu befreien. Ihm das lang versagte Aufsteigen in die himmlische Heimat zu ermöglichen, ihm und seinen Mitstreitern. Ich weiß einfach ganz genau was hier passiert war, ich erinnere mich ganz klar, was geschehen war, wie ich reagierte und warum mein damaliger Bruder hier in das ewige Gefängnis gesperrt wurde.
Ich fühle, dass ich hier bin um sie endlich zu befreien, und will mich automatisch öffnen, als mich meine innere Stimme zurückzieht. Wie aus einem Traum erwachend sehe ich, wie sich die Energien meiner zu bemächtigen versuchen. Ich komme zu mir und unterdrücke diese Versuche, schütze mich vor den Wesen und lasse die Jetztzeit wieder ihren Platz in meiner Wahrnehmung einnehmen.
Nach einigen Minuten höre ich meine Lehrerin und ihre Begleiterin das zerfallene Burgtor durchschreiten und warte auf deren Ankommen.
Als ich die Situation schildere, und um Erklärung und um eine außenstehende Wahrnehmung bitte (ich bin ja trotz der Intensität dieser Gefühle immer auch noch unsicher, ob ich mir da nicht etwas einbilde), bestätigt sie meine Geschichte.
Auch meine Lehrerin nimmt die Wesen und die damit verbundene Geschichte wahr. Und stimmt meinen Erfahrungen zu. Auf ihr Anraten jedoch verschiebe ich die Befreiung auf den nächsten Tag, wo alle Seminarteilnehmer an dem Erlebnis teilhaben könnten. Ich bin immer noch durcheinander. Mein Herz ist gefüllt mit alten Gefühlen und Bildern...
...Mein innerer Zweifel bringt sich bei solchen Erfahrungen und Vermutungen ziemlich schnell ins Blickfeld, was ich letztlich begrüße, denn es ist mir immer wichtig gewesen, die Dinge, die ich erlebe, auf ihre Tatsächlichkeit zu prüfen.
Insbesondere einschleichende Wesen und Inkarnationen betreffend.
In Seminaren und Therapien können solche Erlebnisse vermeintlich vergangener Leben das Labyrinth der eigenen Verstrickung im hiesigen Leben oder momentane Situationen bildlich vereinfacht darstellen.
Und damit helfen die Situation zu überblicken.
Ich hatte schon einige solcher „Inkarnationserinnerungen“, und bin mir sicher, dass manche davon nur eine traumhafte Zusammenfassung meiner Seele waren, um mir einen klaren Blick über die Verstrickungen der damals angesprochenen Themen zu verschaffen.
Manche Bilder sind wahr und manche eben nur Erklärungen der Probleme, Projektionen. Bei Inkarnationserinnerungen gilt es genau aufzupassen, was sich wie zeigt.
Eigentlich ist es auch ziemlich unwichtig, wer ich mal gewesen bin, und was ich wann getan habe. Wenn man im Rad des Karma taumelt, können solche Erinnerungen sicherlich wichtige Lösungen beinhalten, aber das Problem dabei ist, dass sich viel zu viele auf der Karmafunktion ausruhen und das ursprüngliche Problem nicht lösen, weil es ja Karma wäre.
Karma kann immer gelöst und losgelassen werden, aber man muss dazu aus tiefstem Herzen bereit sein. Und oft werden vergangene Inkarnationen beschuldigt, als Übeltäter herangezogen, um die mangelnde und nicht ausgeführte Auseinandersetzung mit den jetzigen Problemen zu kaschieren.
Also völlig überflüssig um wirklich heil zu werden.
Andere bauen ihr winziges Selbstwertgefühl mit vermeintlichen großartigen Inkarnationen auf. Aber was bringt es mir in diesem Leben, wenn ich früher mal ein Priester, König, oder ein Gott gewesen war?
Wichtig sind doch das jetzige Leben und die Auseinandersetzung mit den aktuellen Lösungsprozessen. Sicher, es können aus vergangenen Leben zurückgelassene Seelenanteile wiedergebracht oder Verletzungen erkannt werden, aber dazu benötigt man kein Aufblasen alter Erinnerungen....
...Wie komme ich dazu meine individuelle Welt zu erleben?
Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass ich mein Leben selbst so erschaffen habe, wie es sich realisierte. Mit all den Schmerzen, dem Leid, aber auch der Freude und jetzt der sich entfaltenden Freiheit.
Ich suchte mir die entsprechenden Situationen aus, um die darin liegende Erfahrung zu erleben und um bestenfalls daraus zu lernen und mich nicht mehr in die gleiche Situation zu bringen. Das kann sich natürlich bis in alle Ewigkeit wiederholen, und ich hab sicherlich manche Lektion mehrmals wiederholen müssen.
Es gibt aber nicht nur die eigenen Situationserfahrungen.
Um mich als Mensch zu definieren, gehört nicht nur die Individualität zum Programm.
Ich inkarniere in einer bestimmten Gegend, in einem bestimmten Land, zu einer bestimmten Zeit. Um in dieser Welt dichter Materie leben und erfahren zu können, gehöre ich zu einer bestimmten vorher definierten Bevölkerungsschicht.
Jede Gegend und jede Schicht hat ihr eigenes Programm, das zu einem gewissen Anteil mein Sein ausmacht. Ich bin darin enthalten und das Programm ist in mir enthalten. Es bestimmt Teile meines Charakters und der Mentalität.
Nun werden diese erwiesenen, aber nicht sichtbaren Wesenszüge durch Felder bestimmt, in welche ich mich mit meinem Bewusstsein einklinke.
Genauso wie ich mich im Internet auf eine bestimmte Seite einlogge, und somit Teil dieser Seite werde, indem ich mir die Informationen herablade und meine eigenen Erfahrungen in das der Seite entsprechenden Forum eingebe.
So wird die darin gespeicherten Informationen größer und bestimmter. Je mehr Gleichgesinnte sich darin austauschen, desto spezieller wird die Seite oder das Anliegen des Forums.
Andersdenkende kämpfen anfangs gegen die generelle Stimmung und Meinung auf einer Seite, verlassen diese aber nach und nach oder werden überzeugt.
Ich kann mich nun entscheiden, ob ich dem Gedankengut folgen mag, oder nicht.
Ich kann mich des Weiteren entscheiden, ob ich eine andere Seite mit einem meinem Gedankengut entsprechenden Inhalt oder ähnlicher Übereinstimmung suche. Als dritte Möglichkeit könnte ich sogar eine eigene Seite initiieren.
In der so genannten Realität funktioniert es genauso!
Wir können uns entscheiden, welchen Botschaften, welcher Gesinnung, welchem Feld wir Vertrauen schenken wollen, oder welche ich in mein Leben lassen will.
Es ist nicht ganz einfach, aber machbar: Der totale Ausstieg aus dem System und dennoch in dem System weiterzuagieren.
Vorausgesetzt ist der Mut, die Folgen des Ausstieges auch annehmen zu können.
Es gibt so viele Glaubenssätze, die um uns herumschwirren und in unser Leben Eintritt verlangen. Sie müssen aber keinen Einfluss auf unser Leben haben, wenn wir dies nicht wollen....
...Ich sitze. Der Atem fließt ruhig durch meinen Körper. Ich spüre nur mein Bewusstsein, schwebend auf dem Wasser der Ruhe. Die Gedanken irgendwo draußen, Friede.
Ich komme langsam aus der Tiefe meiner Meditation zurück. Ich fühle meinen Körper, mein Sein.
Meine Hände Ruhen auf den Knien, mein rechter Fuß auf dem linken Oberschenkel.
Jetzt noch die Yogaübungen, Dehnungen.
Ich fühle meine Energiekörper.
Plötzlich spüre ich, wie sich in mir etwas löst, als würde meine Haut an mir herabrutschen und sich von mir lösen, nein: Mein ganzer Körper löst sich von mir, obwohl ich ihn komplett spüre. Ich scheine mich zu verdoppeln, jede Faser meines Seins wächst aus mir heraus und schiebt sich nach vorne. Vor mir entsteht aus mir heraus ein zweites Ich, ein Spiegelbild von mir und dennoch ich selbst. Ich fühle mich vor mir sitzen, fremd und dennoch ich.
Aber es ist nicht wie ich, es ist dunkel, düster, grau und schwer. Die dunkle Seite meines Selbst vor mir, abwartend, schwebend. Mein Herz steht still, tausend Gedanken rasen durch meinen Kopf.
Ich weiß nicht was ich von der Situation halten soll. Ich bete, rufe um Hilfe, aber überall: Stille. Stille und das dunkle Ich, wartend.
Wir sitzen voreinander, ohne Zeit und ohne Raum. Alles ist verloren, nur mein schwarzer Schatten und ich.
Bin ich das überhaupt? Ist dies ein anderes Wesen, das in mir ist, in mir war? Ich erinnere mich an die Passage im Golem von Meyrinck. Auch er saß vor dem düsteren Spiegelbild seines Ichs. Aber dies hier ist kein Roman. Bilde ich mir das ein, aber ich erlebe das Düstere vor mir so real, so greifbar und beängstigend.
Um mich herum ist Stillstand, Schwere. Ich warte und weiß nicht auf was. Ich bin gelähmt, stumm, leer.
Plötzlich beginnt das, was vor mir sitzt, sich wieder in mich zurückzuschieben. Ich bin voller Panik. Was passiert hier, werde ich jetzt von fremden Wesen besetzt, ist das die pure Dunkelheit? Was geschieht nun mit mir?
Die Kälte des zurückfließenden Schwarz kriecht in jede Zelle, mit jeder Bewegung des in mich Ergießens erhöht sich meine Angst, und dennoch kann ich, will ich nichts dagegen tun. Der panische Teil in mir will alle bekannte Gegenwehr aufrüsten, aber tief in mir ist eine sichere Stille wahrnehmbar, ein Wissen, ein Verstehen, ein Annehmen und Hoffen.
Ich lasse es zu, im Vertrauen auf die Führung meiner Seele, im Vertrauen, dass ich geschützt bin, dass ich gesegnet und heil bin.
Ich bin gefüllt von der dunklen Seite meines Selbst, schwer und mühsam. Ich lege mich auf den Rücken, hoffend, beobachtend.
Die Angst weicht der Ruhe und der zurückkommenden Sicherheit. Ich fühle mich anders als zuvor, bleischwere Müdigkeit lässt mich auf dem Boden kleben.
Ausgleich. Verbindung. Wahrheit.
Ich habe den Anteil meines Selbst erlebt, der sonst nur im Dunklen, ohne Licht sein Dasein fristet. Die Seite in mir, die alles auf sich nimmt, die meiner lichtvollen Seite zuliebe allen Schmerz und allen Hass, alle ungesagten Aggressionen, alle verdrängten düsteren Anteile meines Selbst darstellt. Mein Schatten, meine Liebe, ich...
...Eine große Unruhe bemächtigt sich meiner. Ich fühle dass da draußen irgendetwas vor sich geht, ein Umsturz, als würde das brodelnde Wasser in einem Kochtopf bald den Punkt erreichen, welcher den Deckel explodieren lässt, um der Lebendigkeit des Elements die Freiheit zu geben. Ich spüre wie sich die Welt zusammenzieht um bald hinauszuplatzen, wie sich die Menschen immer mehr den einengenden Vorschriften und der politischen Gängelei müde der heimlichen Machtstrukturen entgegenstellen werden und sich nicht mehr der Panikmache hingeben. Vorbei mit der Unterdrückung und Einpferchung der Freiheit im Namen vorsorglicher und falsch genutzter Solidarität.
Nicht länger ein Spielball sein, ausgelaugt, ausgesaugt, verdaut und ausgespuckt. Menschenmaterial, nur da um Machtgelüste und finanzielle Polster zu beschaffen.
Es ist die Zeit, sich zu wehren, sich gegen das Prinzip der Unterdrückung und Fremdbestimmtheit zu wehren.
Es ist Zeit, das Leben in die eigene Hand zu nehmen.
Es ist Zeit, alle Versicherungen abzulegen, und auf sich selbst zu vertrauen, darauf zu vertrauen, dass wir alles genauso schaffen, wie wir es wollen.
Freude, Spaß, Fülle und Gesundheit.
Und es IST möglich. Sich frei zu machen von Überlagerung und falschen Informationen, frei machen von vorgegaukelten Ängsten und Pseudosicherheiten.
Eigenermächtigung, jeder seines eigenen Glückes Schmied, in aller Konsequenz.
Es gibt so viele geniale Ansätze, eine Gesellschaft in Frieden und Fülle zu erschaffen, aber wir müssen dies tun. Wir, die so genannten Kleinen, von unten heraus, eine Revolution und eine Verweigerung der vorgesetzten Versicherungen und Gesetze.
Freiheit und wahre Selbstbestimmung.
Wenn alle an einem Strang ziehen, kann das nicht schief gehen. Ich sehe auch, dass viele Menschen den Sprung aus sich heraus nicht wagen würden, den Sprung in das kalte Wasser des Vertrauens in sich selbst, des für sich selbst verantwortlich sein, des Selbstorganisierens.
Aber wir werden dieses Schiff in Bewegung bringen, es ist jetzt die Zeit dafür. Wir werden zeigen, dass es möglich ist, ein Zusammensein zu erleben, das ein miteinander und kein gegeneinander ist, das aber auch jedem seine eigene Entscheidung lässt, aber im Bewusstsein, dass jeder für sich selbst die Verantwortung trägt.
Eine Gesellschaft, die keine politischen Ränke und heimliche Bevorzugung kennt. Freiheit und Gleichheit und das Wissen, dass alles möglich ist. dass sich ein jeder entscheiden kann, arm zu bleiben oder reich zu sein. Aber nicht im Sinne von: Jemand muss sich um mich kümmern, sondern im Sinne des bewussten Erlebens der Entscheidung. Solidarität in Grenzen. Mitgefühl, ja, aber so, dass wir auch zu lassen, wenn jemand sich selbst als das Opfer erleben will. Eine Gesellschaft, in der dieses unbewusste Tun aber ausgesprochen wird, in dem es Hilfe zur Selbsthilfe geben wird und nicht ein arrogantes Vonobenherabkümmern.
Eine Gesellschaft in der jeder seine Welt realisieren kann.
Eigenmächtig, ohne Gängelei.
In Freiheit.
Und ich weiß, dass es möglich ist, und ich weiß, dass es bald eine große Veränderung geben wird, ich fühle es in jeder Zelle meiner Körper....
....Und dann kam der Moment, an welchem sich meine bisherige Welt, alle meine Kontakte in geistige Ebenen, all meine Sicherheiten auflösten und einfach so aus meinem Leben verschwanden.
In meinen Meditationen erfuhr ich keinen Kontakt mehr zu Babaji.
Meine Energiegebilde hatten sich aufgelöst und waren nicht mehr erspürbar, bis auf das sich immer erweiternde eine Chakra, die eine Ebene, die aus sich selbst heraus alles übernahm, was bisher von den vielen anderen Chakren geregelt war.
Das Hineinfallen in dieses plötzliche Alleinsein verursachte eine große Unsicherheit in mir. Bislang war ich es gewohnt, stets ein Wesen zur Befragung neben mir stehen zu haben. Das nötige Wissen um die Welt um mich herum bekam ich über den Chakrenzugang in die entsprechenden Ebenen, meine Intuition war gesichert durch der Eingebung meiner geistigen Führer und Begleiter.
All das war nun von einem Moment auf den anderen aus meiner Welt verschwunden.
Keine Hilfe mehr, keine wahrnehmbare Führung mehr, keine Information darüber, was ich fortan tun sollte.
Allein.
Die Dunkelheit, die sich zunächst um mich legte, brachte mir Angst und Verlustgedanken. Schließlich hatte ich die Welt des bereits Erlebten genau durchschaut, aber nun befinde ich mich wieder einmal am Anfang, an einem Punkt des Weges, den ich vorher noch nicht beschritten, noch nicht erahnt hatte.
Die Befürchtungen verflüchtigten sich langsam, denn in der einsamen Dunkelheit schälte sich ein Licht aus meinem Inneren, ein Licht, eine neue Führung, ein neuer intensiver Kontakt.
Ich lernte mich selbst kennen....
....Die üblen Gedanken, die sich uns zeigen, sind nicht unbedingt aus unserem eigenen Umfeld, aber sie kommen in unsere Wahrnehmung, und sie können zur Realität werden.
Durch die Ermächtigung dieser Gedankenmuster ziehen wir uns die entsprechenden Situationen in unser Umfeld und erleben letztlich genau die zuvor erdachte Erfahrung.
Wie einst der Unfall, den ich mir durch bloßes daran denken und gleichzeitigem Singen des Reikimantras herbeigezaubert habe. Deswegen hatte ich Reiki aufgegeben, um zuerst meine Gedankenwelt beherrschen zu lernen. Die Kombination von unbeherrschtem Denken und der Macht realisierender Mantren ist zu groß. Unberechenbar.
Wenn ich einem üblen Gedanken einen mir gefälligen Gedanken hinterher schiebe, baut sich ein paralleles Verknüpfungsnetz auf.
Diese neue Synapsenstruktur wird durch wiederholtes hinterher Schieben des neuen Gedankens in den entsprechenden Situationen gestärkt und verfestigt. Nach einer Weile bemerke ich, dass ich - gleichzeitig zu dem schlechten - den positiven Gedanken fühle (wichtig ist die bewusste Aktion dabei, das Annehmen und Erkennen beider Synapsenstrukturen).
Das erstärkte neue Feld erscheint gleichzeitig zu dem Denken mit unangenehmen Folgen.
Eine Assoziation bedient zwei gleichgroße Strukturen. Durch beständiges Beobachten der Gedanken und dementsprechenden Verändern der Denkstruktur verändert sich Synapsenverbindungen.
Das neue neuronale Netz übernimmt dann irgendwann die Gedankenfolge. Das Bild, die Assoziation bedingen nun einen Gedanken, der von meinem bewussten Selbst gewählt wurde. Und der zu meiner bewussten Entscheidung, wie ich mein Leben erfahren will, passt.
Ich bemerke, dass ich früher bei demselben Bild, derselben Assoziation, der gleichen Situation, den für mich schlechten Gedanken zugelassen hätte, jetzt aber das neue Gedankennetz wahrnehme.
Ich bin mir aber über die noch vorhandene, alte Struktur bewusst.
Und letztendlich installiert sich das neue Gedankenfeld so, dass die alte Struktur die Synapsenverbindungen kappen muss, und sich auflöst.
Der Gedanke ist aus meinem Leben, die Verbindung zu der Gedankengruppe ist aus meiner Realität, die entsprechende Wirklichkeit nicht mehr für mich erfahrbar. Ich habe mein Leben so gestaltet wie ich es aus bewusstem Sein heraus gestaltet haben mag.
Die Kraft der Gedanken ist nicht zu unterschätzen.
Sie bestimmen unser Leben und die Erfahrungen, die wir erleben...
....Nun, da sich all die Erinnerungen in neuem Licht zeigen, in einer mir bis jetzt gar nicht bewussten Verbindung und Parallelität, erscheint der Weg, den ich zurückgelegt habe, so gradlinig, so durchdacht und gelenkt. Nicht, dass alles vorherbestimmt gewesen wäre, zu genau erkenne ich die Kraft und Kreationen meiner eigenen Entscheidungen, aber all meine Erlebnisse führen zu dem einen Punkt, dem Sinn des Ganzen: Dieser, meiner Aufgabe, ein Wegbereiter zu sein. Den Weg zu gehen, der zur Vereinigung meiner drei wesentlichen Bewusstseinsebenen führt, in die Freiheit einer göttlichen Existenz.
Und gemeinsam mit vielen anderen Menschen und Wesen tun wir das nicht nur für uns persönlich, sondern als Beispiel, dass es für alle Menschen möglich ist, den Weg in die Einheit zu gehen....